Gelöschte, freiwerdende und freie Domains
Täglich aktualisierte Listen aus den Zonendateien und Löschlisten hunderter Registries – mit Bewertung, Backlink-Daten, Wayback-Historie und dem genauen Termin, an dem eine Domain wieder registrierbar wird.
Diese Seite wird in Türkçe ausgeliefert. Alle Listen gibt es in dreizehn Sprachen – der Umschalter steht in der Kopfzeile.
Endungen im Überblick
alle anzeigenWas mit einer Domain nach der Kündigung passiert
Eine Domain verschwindet nicht in dem Moment, in dem ihr Inhaber die Verlängerung stoppt. Zwischen der Kündigung und dem Zeitpunkt, an dem der Name wieder frei registrierbar ist, liegen bei den meisten Endungen mehrere Wochen. Diese Zeitspanne ist keine Willkür, sondern durch die Verträge zwischen ICANN, den Registries und den Registraren festgelegt – und für jede Endung nachlesbar.
Nach dem Ablaufdatum folgt bei generischen Endungen zunächst eine Kulanzphase von bis zu 45 Tagen, die sogenannte Auto-Renew Grace Period. In dieser Zeit kann der bisherige Inhaber die Domain zum normalen Preis verlängern; nach außen sieht sie oft schon abgeschaltet aus, weil viele Registrare die Nameserver auf eine Parkseite umstellen. Wer in dieser Phase eine Domain beobachtet, sollte nicht auf eine Freigabe wetten: Der weit überwiegende Teil dieser Namen wird noch verlängert.
Redemption Period: die letzte Rückholfrist
Erst wenn die Kulanzphase verstreicht, löscht der Registrar die Domain aktiv. Damit beginnt die Redemption Period – bei generischen Endungen üblicherweise 30 Tage. Der Name ist jetzt aus der Zonendatei verschwunden, die Website also nicht mehr erreichbar, doch die Registrierung besteht formal weiter. Der bisherige Inhaber kann sie zurückholen, allerdings nur über eine gesonderte Wiederherstellungsgebühr, die je nach Registrar zwischen 60 und 250 Euro liegt. Im RDAP-Datensatz trägt die Domain in dieser Phase den Status „redemptionPeriod".
Für die Beobachtung ist diese Phase der interessanteste Zeitpunkt: Der Name ist bereits aus der Zone gefallen und damit für uns sichtbar, der genaue Freigabetermin steht aber noch nicht fest. Wir markieren solche Domains als Rückholfrist und prüfen sie regelmäßig per RDAP erneut.
Pending Delete: fünf Tage bis zur Freigabe
Holt niemand die Domain zurück, wechselt sie in den Status „pendingDelete". Bei generischen Endungen dauert dieser Abschnitt exakt fünf Tage, danach entfernt die Registry den Eintrag aus ihrer Datenbank und gibt den Namen zur Neuregistrierung frei. Weil diese Frist auf die Stunde genau eingehalten wird, lässt sich der Freigabezeitpunkt aus dem RDAP-Datensatz zuverlässig berechnen – genau das zeigt der Countdown in unseren Listen an.
Länderendungen folgen eigenen Regeln. Bei .de gibt es keine Redemption Period im ICANN-Sinne, dafür den Transit-Status; .uk kennt eine 90-tägige Sperrfrist, .fr eine Quarantäne von 30 Tagen, und manche Registries geben gelöschte Namen ohne Vorankündigung im Tagesrhythmus frei. Auf jeder Endungsseite stehen deshalb die tatsächlich geltenden Fristen und die Datenquelle, aus der wir sie beziehen.
Drop-Catching: warum begehrte Namen selten frei bleiben
Im Sekundenbereich um den Freigabezeitpunkt konkurrieren spezialisierte Dienste um die begehrten Namen. Sie unterhalten dutzende Registrar-Akkreditierungen, um pro Sekunde möglichst viele Registrierungsversuche an die Registry senden zu dürfen. Für eine Domain mit starkem Backlink-Profil ist die Chance, sie über einen normalen Registrar im ersten Anlauf zu bekommen, deshalb gering. Wer es trotzdem ernst meint, bucht eine Backorder – dabei versucht ein Drop-Catcher die Registrierung im Auftrag und stellt den Namen andernfalls in eine Auktion.
Der große Rest ist frei zugänglich. Von den Zehntausenden Domains, die täglich gelöscht werden, interessiert sich für die allermeisten niemand – und genau dort liegen die brauchbaren Funde: kurze, aussprechbare Namen ohne Ziffern und Bindestriche, die zufällig zu einem Projekt passen. Unsere Bewertung hilft beim Vorsortieren, ersetzt aber keine eigene Prüfung.
Vor der Registrierung selbst prüfen
Eine gelöschte Domain bringt ihre Vergangenheit mit. Prüfe vor der Registrierung, wofür der Name zuvor benutzt wurde: Das Internet Archive zeigt frühere Inhalte, eine Suche nach dem Namen zeigt bestehende Erwähnungen. Namen, die einmal für Spam oder Glücksspiel eingesetzt wurden, tragen diesen Ballast weiter. Achte außerdem auf Markenrechte – ein freier Domainname ist keine Erlaubnis, eine fremde Marke zu benutzen. Wir zeigen ausschließlich technische Daten aus öffentlichen Registry-Quellen und prüfen keine Rechtslage.